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Unmasked - Joshua Schlabs



Berlin Kreuzberg. Vor uns sitzt ein äußerst höflicher, redegewandter, reflektierter und geduldiger junger Mann, der bereits eine lebendige Biografie aufweisen kann. Wir treffen Joshua Schlabs nach Feierabend, mit Iqos Zigarette im Mund und in gelöster Stimmung. Geboren in Pfaffenhofen hat er mit seinen nun 23 Jahren vermutlich schon mehr Orte gesehen, als viele von uns es in ihrem ganzen Leben nicht tun werden. Nach vielen Umzügen innerhalb Deutschlands und auch in die USA und zurück nennt er Pfaffenhofen immer noch seine Heimat. Welche Rolle dabei seine zweite Persönlichkeit "Starshoota" spielt, was die heißesten Orte in Pfaffenhofen sind und wie er sich Zutritt zu den exklusivsten Backstage-Bereichen verschafft - all das hat Joshua uns im Exklusiv-Interview erzählt.


Paf hat Pfiff (PhP): Erste Frage: Kaffee nach 18 Uhr, klappt das noch bei dir?

Joshua Schlabs (JS): Es kommt darauf an. Espresso Martini kann ich auch noch um 1. Aber dann bin ich auch lang unterwegs.

PhP: Eigentlich fangen wir ja immer mit der ganz simplen Frage an: Wie geht’s?

JS: [lacht] Super. Mir geht’s gut. Die Sonne scheint wieder. Alles ist gut. 


PhP: Dieses Interview findet ja unter anderem auch statt, weil du der 24.000 Einwohner Pfaffenhofens warst.

JS: Ja! Legendary Moments of Pfaffenhofen. Das war 2011. Wir sind gerade von Tegernsee wieder nach Pfaffenhofen gezogen. Und ich glaube, das hat der Stadt einfach ganz gut gepasst. Offiziell, glaube ich, waren wir nicht genau die 24.000. Aber immer, wenn man meinen Namen googelt, kommt immer noch der PK-Artikel.



PhP: Dem Artikel ist zu entnehmen, dass du in Pfaffenhofen aufgewachsen bist und dich auch immer noch als Pfaffenhofener fühlst. Wie ist das heute?

JS: Immer noch. Klar. Pfaffenhofener!

PhP: Wann hast du zuletzt dort gelebt?

JS: 2017.

An dieser Stelle sei vielleicht kurz zu erwähnen, dass Joshua bisher 26 Mal in seinem Leben umgezogen ist. Zu dem Zeitpunkt der Kürung zum 24.000. Einwohner Pfaffenhofens hat er neben Pfaffenhofen bereits in München, Ventura (Kalifornien), Oxnard (Kalifornien) und Tegernsee gelebt. Später folgten unter anderem noch Orte wie Bonn, Düsseldorf oder Niederscheyern.

26 Mal umgezogen und trotzdem empfinde ich Pfaffenhofen als Heimat. 

PhP: Du hast ja auch eine Zeit deiner Kindheit in Kalifornien verbracht. Was würdest du sagen, was ist der größte Unterschied zwischen Pfaffenhofen und Amerika [grandios investigativ nachgefragt]?

JS: Der Strand vielleicht.

PHP: Von den anderen 25 Orten, was ist auf Platz 2?

JS: Vermutlich Berlin, also vom Heimatgefühl her. Hier war halt immer der Papa. Mit Mama bin ich immer umgezogen und Papa war hier.


PhP: Wie ist deine Beziehung zu Pfaffenhofen heute?

JS: Gut. Ich bin gerne da. Ich freue mich auch immer, dort zu sein und ich find’s auch wichtig zu wissen, was da so abgeht.

PhP: Was geht da so ab?

JS: Weiß ich nicht [lacht]. Ertappt! Ich habe leider gar nicht mehr so viele Freunde da. Aber ich hab ja noch die Oma. Und ich bin gerne in Pfaffenhofen.

PhP: Deine prägendste Erinnerung?

JS: Vieles. [überlegt]. Die Hauptschule. Das war eine gute Zeit [ironischer Unterton?]. Die Skatehalle. Und der Skateshop vom Nippel - Whitewood Skateshop. Da habe ich auch mein Schulpraktikum gemacht. Oder einfach in der Centro draußen...



PhP: Jetzt lebst du ja in Berlin. Viele Menschen verbinden mit dieser Stadt ja eine gewisse Hass-Liebe. Was macht für dich das Leben in Berlin aus?

JS: Die Hass-Liebe. Ich habe die auch.

PhP: Was ist so schlimm an Berlin?

JS: Alles. Das ist das Blöde, vor allem die Gerüche… die Junkies… Aber das gehört halt auch dazu, wenn man in Neukölln wohnen will. 


PhP: Für deine Bewerbung fürs Jugendparlament hast du damals eine Frage beantwortet. Die hieß "Wie würdest du einen Türsteher überreden, dich in den VIP-Bereich zu lassen?" und du hast gesagt "Ich würde einfach versuchen, ihm gegenüber sympathisch rüberzukommen". Funktioniert diese Taktik hier in Berlin auch?

JS: Mmm… ja! 

PhP: Wie machst du das mit dem sympathisch Rüberkommen?

JS: Ich weiß nicht. Ich habe eine gute Menschenkenntnis und dann kann ich einfach genau entscheiden, welchen Akzent ich jetzt auflegen muss und wie ich reden muss, um für die Person sympathisch zu sein.

PhP: Was war der coolste VIP-Bereich, zu dem du dir durch deine Sympathie Eintritt verschafft hast?

JS: Im Splendo, hinterm DJ-Pult. Damals haben Freunde von mir aufgelegt und dann bin ich da gelandet und hab Shots getrunken.


 

PhP: Wir wachsen ja langsam raus aus unserem Trend-würdigen Alter. Daher brauchen wir neuen Input? Was sind denn aktuell die hotten Trends in der Hauptstadt?

JS: Ich glaube, ihr könnt einfach eure Trends von vor 10 Jahren nehmen und dann seid ihr ganz gut dran. So Caprihosen kommen jetzt wieder. Ballerinas. 

PhP: Woa nein! Caprihosen?

JS: Doch doch. Trendshop-Fashion kommt wieder. Caprihose, Ballerinas, das sind die Trends. Aussehen wie eine Sekretärin. Businesscore heißt das.


 
Es gab eine Zeit, da war ich 100 Prozent Kunstfigur.

PhP: Ok cool. Das waren ja jetzt alles sehr oberflächliche Themen. Pfaffenhofen, Berlin, Fashion-Trends etc. Wir wollten jetzt auch noch herausfinden, wer du so als Mensch bist. Du hast ja noch ein Alter Ego. Wie viel Joshua steckt in Starshoota oder andersherum?

JS: Gute Frage…. Mittlerweile 50:50. Also mittlerweile balanciert sich das aus. Es gab eine Zeit, da war ich 100 Prozent Kunstfigur. So, dass ich auch nicht mehr so gut unterschieden konnte zwischen der Kunstfigur, die immer der Coolste sein musste, und einfach ich. Jetzt kann ich das ganz gut. Ich setze es ein, wenn es muss. 

PhP: Wenn andere Leute nicht wissen, wer Starshoota ist…

JS: Dann werden sie es noch erfahren.

PhP: Wer ist Starshoota? Was macht Starshoota? Warum ist der so krass?

JS: Er ist ein Entrepreneur.

Unter dem Namen Starshoota veröffentlicht Joshua seit 2018 Tracks. Seine Musik lässt sich vielleicht als deutschsprachiger Trap bezeichnen. Sein bekanntester Song auf Spotify “Wieder Winter” hat fast 50.000 Klicks.

PhP: Wie viele Follower hat Starshoota bei Tiktok?

JS: Gar nicht so viele leider.

PhP: Was ist dein Hauptziel mit Starshoota?

JS: Irgendwann mal davon leben zu können. Also ob es dann Musik ist, weiß ich nicht, aber mit der Kunstfigur allgemein wird auf jeden Fall noch was gerissen.

PhP: Was wäre hier dein Traum?

JS: Es mit einer Sache schaffen und dann mit vielen Nebensachen und Freunden etwas aufbauen. 

PhP: Also ist das Ziel schon Fame?

JS: Auch ja. Eher Geld, aber auch Fame.

PhP: Seit wann gibt es Starshoota?

JS: 2018. Erst hieß mein Zweitaccount bei Instagram einfach Starshoota und dann kam die Musik.

Ich habe zu exzessiv gelebt

PhP: Du hast dich vor einiger Zeit auch schon von deinem Manager getrennt. Was ist passiert? Kannst du hier Insights preisgeben?

JS: Ich habe zu exzessiv gelebt. Weniger Musik, mehr Exzess. Deswegen haben wir uns damals entschieden, das erstmal zu pausieren. Aber wir sind auch wieder in Kontakt. Ich mache ja jetzt auch wieder Musik. Geht ja jetzt alles wieder los. Es kam jetzt 2 Jahre lang gar nichts. Jetzt habe ich wieder viel aufgenommen.


PhP: Ah, da würde mich eh mal interessieren, wie deine Songtexte entstehen. Sitzt du manchmal abends da und schreibst Texte?

JS: Täglich. Eigentlich nicht abends, immer. Ich sitze immer irgendwo und rappe vor mich hin in meinem ADHS-Kopf, den ich so besitze. Und dann schreibe ich es auf. So ist die Realness auch viel größer, weil ich den Gedanken aufschreibe, wenn er mir kommt und nicht: ich sitze vor nem Beat und will mir einen Text ausdenken. Heute ist mir auch was gekommen. Das kann ich kurz nachschauen. Da habe ich sogar über einen Trend geschrieben, über den wir vorhin geredet haben. Und zwar habe ich gesagt:

"Ey und diese ganze Scheiße kommt mir langsam wie ein Business vor,

meine Freundin sieht aus wie ne Sekretärin, irgendwas mit Businesscore." 


PhP: Mega. Finde ich nicht schlecht.

JS: Das ist mir heute auf dem Weg zum Mittagessen eingefallen. Dann stehen da erstmal nur so 2 Sätze. Dann setze ich mich irgendwann mal hin und dann läuft da ein Beat und dann schaue ich alle meine ADHS-Texte durch und füge das alles zu einem Gesamtbild zusammen.


PhP: Du hast deine exzessive Vergangenheit erwähnt vorhin. Klingt, als hättest du ja echt schon ein Rock'n'Roll-Leben geführt in deinen jungen Jahren?

JS: Ja, jetzt bin ich alt. Ich arbeite jetzt in einer Kreuzberger Agentur, trinke nur noch einen Spezi am Tag, mache Skincare, trinke viele Tapioka-Milchtees und maximal einen Espresso am Tag.

PhP: Ist das so dein Gesundheitsrezept?

JS: Nein, ich bin jetzt echt nicht so. Ich esse schon auch abends einfach ein Kilo Nudeln [lacht].

PhP: Das beruhigt uns sehr. Zu clean ist ja auch nichts. Wir brauchen schon ein bisschen Edginess.


 

Die 50 Cent Pizza-Baguettes im Atlantis. Die waren geil.

PhP: Am Ende möchten wir gerne noch deine 3 Likes und Dislikes von Pfaffenhofen hören.

JS: Likes sind auf jeden Fall die 50 Cent Pizza-Baguettes im Atlantis. Die waren geil. Die sollen auch 50 Cent bleiben! Sonstiges Like… Primo Pizza! Viel Knoblauch, viel Oregano. Shoutout an die albanischen Bros. Noch ein Like… Kleiderkammer, klar. Da hab ich alle meine Markenklamotten her. Alles 1 Euro. Das war das Beste.

PhP: Ok cool. Dislikes auch noch auf Lager?

JS: Dislikes sind wichtig. Da muss ich kurz überlegen… Schließung des La Fontanas. Ich finde die Terrasse, da passt doch kein Sushi-Laden rein. Dazu gehört einfach Pizza und Pasta. Weiteres Dislike… Dass dieses eine Gebäude am Sparkassenplatz immer noch leer steht, dort wo früher das Stocker’s/ Jürgens drin war. Dass da nichts Cooles drin ist, finde ich ein No-Go.

PhP: Du hast voll recht. Da könnte man einen Club rein machen. Das fänd ich cool.


An dieser Stelle war Joshua direkt so motiviert, dass er gerne eine Go- / No-Go-Liste für Orte in Pfaffenhofen erstellen wollte. Das Resultat gibts bald hier zu lesen.

 

PhP: Kannst du dir vorstellen, irgendwann wieder nach Pfaffenhofen zu ziehen?

JS: Ja. Also nicht hinziehen, aber so eine schöne kleine gemütliche Wohnung und dann immer da hin, um Kreatives zu machen. Irgendwo nah bei der alten Centro. Irgendwann mache ich die Centro neu auf. Und dann nur Sahne-Tomaten- und Wodka-Nudeln verkaufen. Ich bin ja quasi in der Centro aufgewachsen. 

Irgendwann mache ich die Centro neu auf.

PhP: Wir freuen uns schon richtig darauf. Zum Abschluss gibt’s noch unsere Standard-Frage: Was gibt’s heute zum Abendessen?

JS: Weiß ich noch nicht. Sonst würde ich jetzt sagen, ein halbes Kilo Nudeln. Aber heute: was die Reichenberger Straße zu bieten hat. 


 

An dieser Stelle tausend Dank an Joshua für die Zeit und die spannenden Einblicke. Wir hatten eine super Zeit während des Interviews, freuen uns schon jetzt auf die ersten Wodka-Nudeln nach einer Neueröffnung der Centro und wünschen dem Entrepreneur Starshoota den nötigen Erfolg, Fame und Geld, um uns diesen Traum zu erfüllen.

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