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Eine Mauer aus Sandsäcken und Solidarität



Die letzten Tage haben uns hier in der Region alle ganz schön mitgenommen. Zunächst war es nur etwas Regen, dann wurde es immer mehr, und schließlich brachen alle Dämme – im übertragenen Sinne und wortwörtlich. Zu dem sintflutartigen Regen kamen auch noch jede Menge Tränen. Was macht so eine Situation mit uns? Sie lässt uns völlig machtlos fühlen. Gegen die Natur hat ein Mensch doch eigentlich keine Chance.


Dann geht es los. Die Sirenen schallen, es wird laut, die Feuerwehr rückt aus, Telefone klingeln ununterbrochen. Jeder, der kann, versucht zu helfen. Überall im Landkreis haben viele Freiwillige Sandsäcke gefüllt bis zur Erschöpfung. Die Feuerwehr, ob freiwillig oder beruflich, ist unermüdlich im Einsatz. Das Technische Hilfswerk (THW) und das Rote Kreuz arbeiten pausenlos. Keller müssen ausgepumpt werden. Hier wird Sand benötigt. Dort werden LKW-Fahrer gebraucht. Jemand stellt seinen Traktor zur Verfügung, ein anderer bringt Pumpen.


Und dann passiert die große Tragödie. Gerade wenn man denkt, es könnte nicht noch schlimmer werden, verliert ein Mensch, der anderen helfen wollte, sein Leben. Gegen eine solche Tragödie ist man machtlos. Man fühlt sich stumm und traurig zurückgelassen, unfähig, irgendetwas zu tun. Das wird die Trauer und den Verlust des tapferen Feuerwehrmanns nicht lindern. Und dazu kann man eigentlich nicht viel sagen, außer ganz viel Kraft für all die Angehörigen, denen dieser Mensch jetzt fehlen wird. Diese Tragödie kann man nicht in Worte fassen.


Manchmal hilft es nicht, nach Schuldigen und Ursachen zu suchen – darüber wurde schon gesprochen. Wir sind nicht hier, um Schuldzuweisungen zu machen. Wir sind einfach nur hier, um die Gefühle der letzten Tage rauszulassen und zu sagen: Hey, wir sind nicht allein. Wir hoffen, wir bleiben stark. Wir wünschen allen die Kraft, dass es weitergeht und den Glauben daran, dass es wieder besser wird. Zusammenhalten, füreinander da sein, sich positive, gute Gefühle geben – das ist das Schöne, dass das funktioniert. Dafür sind wir sehr dankbar. Haltet die Ohren steif, geht nicht unter und bleibt gesund.


Wir wissen nicht, ob unsere Worte helfen. Wir wissen nicht, wie es euch geht.

Wir wünschen uns nur, dass es wieder besser wird.

Das Einzige Positive an dieser schrecklichen Situation ist, dass sich trotz aller Tragödien und Machtlosigkeit so viele Menschen finden, die helfen. Wie wichtig das Ehrenamt ist, wird uns wieder bewusst. Wie bedeutend die Initiative von Bürgern ist, von jedem Einzelnen.

Chapeau, Pfaffenhofen. Wenn es hart auf hart kommt, sind wir füreinander da. Dann steht Pfaffenhofen und der ganze Landkreis wie eine Mauer aus Sandsäcken – gegen die Natur, gegen das Unvermeidbare, um zu helfen, füreinander da zu sein. Das ist das Einzige Positive in dieser Situation. Kein Politiker in Gummistiefeln kann uns helfen, nur wir selbst, die Menschen hier vor Ort.


Respekt und tiefster Dank an jeden, der seit Stunden und Tagen wach ist und unermüdlich hilft. Euer Einsatz und eure Hingabe sind unbezahlbar.


DANKE

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